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3D: OV - Thor: Ragnarok (engl.)

Action Abenteuer | Ab 12 Jahren | 131 Min. | 26.10.2017

Dummy

Produktion 2017

Original-Titel Thor: Ragnarok (engl.)

Verleih The Walt Disney Company (Germany) GmbH

Film-Information

Donnergott Thor wird weit weg von seiner Heimat Asgard auf der anderen Seite des Universums gefangengehalten. Ohne seinen mächtigen Hammer Mjölnir scheint eine Flucht nahezu ausgeschlossen, dabei läuft ihm allmählich die Zeit davon: Denn die ebenso mächtige wie erbarmungslose Hela, die nach jahrtausendlanger Gefangenschaft aus ihrem Gefängnis freigekommen ist, droht Ragnarok einzuleiten, die Götterdämmerung, Asgard vernichten würde. Um das zu verhindern, setzt Thor alles daran, nach Hause zurückzukehren. Zwischen ihm und seiner Freiheit stehen jedoch tödliche Gladiatorenkämpfe auf dem Planeten Sakaar, der so etwas wie die Mülldeponie des Universums ist. Bei einem dieser Duelle trifft Thor auf den Ex-Avenger und seinen früheren Mitstreiter Hulk, den beliebtesten und erfolgreichsten Kämpfer auf Sakaar?

Kommentar

Dritter "Thor"-Film, in dem es der nordische Gott des Donners mit seiner todbringenden Schwester zu tun bekommt, die Asgard für sich reklamiert. "Thor" kann jetzt auch "Guardians of the Galaxy". Respektlosigkeit ist jedenfalls in, der blaublütige Ton der beiden Vorgänger von Kenneth Branagh respektive Alan Taylor ist out in diesem ersten "Avengers"-Spinoff seit "The First Avenger: Civil War", das mindestens so lustig ist wie den Namen von Taika Waititi zehn Mal hintereinander schnell aufzusagen: Der Neuseeländer, der sich mit "5 Zimmer Küche Sarg" und "Wo die wilden Menschen jagen" (in Deutschland nur als Videopremiere erschienen) mit seinem Gespür für ehrfurchtslosen Humor, der passgenau immer so weit neben der Spur liegt, dass man es gerade noch mehr witzig als aberwitzig empfindet, für größere Aufgaben empfohlen hat, ist jedenfalls der richtige Mann, die fortgesetzte Mär vom nordischen Gott mit dem mächtigen Hammer völlig neu aufzusetzen. Und dabei davon zu profitieren, dass Chris Hemsworth, diesmal mit vorteilhaftem modischen Kurzhaarschnitt, zwar als dramatischer Schauspieler Limitierungen haben mag, aber, wie man gerade erst beim Gastauftritt in "Ghostbusters" sehen durfte, über ein beträchtliches komisches Talent verfügt - und die Gabe, sich selbst nicht so ganz ernst zu nehmen. In jedem Fall steht es Thor ziemlich gut, es Star-Lord und Deadpool nachzutun, auch in der prekärsten Situation noch einen pfiffigen Oneliner rauszuhauen und ansonsten Spaß daran zu haben, sich über sein gutes Aussehen lustig zu machen. Was nicht heißt, dass "Thor - Tag der Entscheidung" nicht auch einen ernsten Kern hätte. Nur hat man nicht viel Zeit, sich groß einen Kopf darum zu machen, denn Watiti fährt Gastauftritte, Ortswechsel, Cliffhanger und Augenzucker in einer Frequenz auf, die einen ganz schwindlig werden lässt. Zuviel des Guten - mit Betonung auf "gut": Doctor Strange und Black Widow schauen kurz vorbei, Matt Damon und Sam Neill machen dem Film ihre Aufwartung, Anthony Hopkins winkt kurz zum Abschied in einem Outfit, das ihn aussehen lässt wie den lässigsten Pensionär der Welt und nicht wie den mächtigen Gottvater der nordischen Sagenwelt, während ein Gag den nächsten jagt und sich aus dem kunterbunten Gewusel nach und nach auch eine Handlung herausschält, oder zumindest ein Handlungsgerüst, an dem sich auch die älteren Semester im Publikum entlanghangeln können: Thor und sein Bruder Loki sehen sich mit einer Schwester konfrontiert, von deren Existenz sie nichts wussten, und die (Schreckens-)Herrschaft von Asgard für sich reklamiert, was deshalb nicht ganz erfreulich ist, weil sie Hela ist, die Göttin des Todes, die Cate Blanchett aussehen lässt wie Kim Gordon in ihren allercoolsten Momenten. Um sich Hela, ihrer mordenden Armee der Toten und ihrem überdimensionierten Fenrizwolf im Showdown stellen zu können, muss Thor Gladiatorenkämpfe auf einem fernen Planeten überstehen, der von Jeff Goldblum als beiläufigster Diktator der Geschichte beherrscht wird, den Verlust seines Hammers verkraften, sich mit dem Hulk beharken, Frieden mit Loki schließen und außerdem eine dem Alkohol verfallene Walküre bei der Ehre packen. Langweilig wird einem jedenfalls nicht, auch wenn man bisweilen den Überblick zu verlieren droht, wer gerade was wo und wieso macht. Egal. Wie "Guardians of the Galaxy" ist auch der neue "Thor" ein Film, in dem immer genau das Hier und Jetzt zählt. Dass sich am Schluss, nach all den Schlachten und Kämpfen und Fehden und Auseinandersetzungen, tatsächlich so etwas wie Emotionalität einstellt, mag dem Regisseur geschuldet sein, der immer genau weiß, was er tut, auch wenn der Zuschauer damit zu tun hat, das Gesehene einzuordnen und zu begreifen. Und dazu spielt der "Immigrant Song" von Led Zeppelin: "Hammer der Götter, führe unsere Schiffe zu neuen Gestaden!" ts.

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