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Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Drama Fantasy | Ab 16 Jahren | 123 Min. | 15.02.2018

Dummy

Produktion 2017

Original-Titel The Shape Of Water

Verleih Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Film-Information

Elisa hat nach einer traumatischen Erfahrung in ihrer Kindheit die Sprache verloren. Sie lebt in einer kleinen Wohnung über einem Kino und arbeitet als Putzkraft in einem Geheimlabor der amerikanischen Regierung, in dem schreckliche Experimente durchgeführt werden. Keines ist bestialischer als eine Versuchsreihe, mit der ein Agent eine im Wasser lebende Kreatur foltert, die man im Amazonas gefunden hat. Die zwei Außenseiter verlieben sich und Elisa versucht, die Kreatur zu befreien.

Kommentar

In Bildern und Atmosphäre schwelgendes Düstermärchen über eine einfache Putzkraft, die sich in eine Kreatur aus dem Amazonas verliebt. Zehn Jahre befand sich Guillermo Del Toro im Irrgarten Hollywoods, schien verloren zu sein in überbudgetierten Großproduktionen, die zwar Raum hatten für das untrügliche Gespür des Mexikaners für feinst ausgearbeitete Designs und visuelle Grandezza, aber nur wenig für die Art von übernatürlichen Geschichten, mit denen er sich einen Namen und 2006 mit "Pans Labyrinth" sein Meisterwerk abgeliefert hatte. "Shape of Water" knüpft jetzt auf wundersame Weise an den Del Toro von einst an. Wieder ist es ein pechschwarzes, zutiefst romantisches und tragisches Märchen, das wundersame fantastische Elemente in einer düsteren Realität verankert. War es in "Pans Labyrinth" der spanische Faschismus Francos, so ist es hier die Kalte-Kriegs-Ära in den USA zu Beginn der Sechzigerjahre mit ihrem hysterischen Antikommunismus, in die der Regisseur seine Heldin wirft, wieder ein unschuldiges, elfenhaftes Wesen, das die Welt ganz feinfühlig mit großen Augen wahrnimmt. Nur ist Elisa, gespielt von Sally Hawkins in einer durch und durch wundersamen Darstellung, kein kleines Mädchen, sondern eine junge Frau, die nach einer traumatischen Erfahrung in ihrer Kindheit die Sprache verloren hat. Sie lebt in einer kleinen Wohnung über einem Kino, folgt einem strikten Tagesplan, der sogar morgendliche Masturbation in der gefüllten Badewanne vorsieht, und arbeitet als Putzkraft in einem Geheimlabor der amerikanischen Regierung, in dem zum Teil unaussprechliche Experimente durchgeführt werden. Keines ist bestialischer als eine Versuchsreihe, mit der ein sadistischer Agent, gespielt von Michael Shannon als durch und durch verdorbenes Echo auf Sergi Lopez' Bösewicht in "Pans Labyrinth", eine im Wasser lebende Kreatur foltert, die man im Amazonas gefunden hat und nicht von ungefähr der "Creature from the Black Lagoon" aus Jack Arnolds Monster-Movie-Klassiker von 1954 ähnelt (sowie dem Abe Sapien aus Del Toros Hellboy-Filmen, der ebenfalls schon von Doug Jones gespielt worden war). Als Elisa die Kreatur antrifft, die von den Einheimischen in Südamerika als Gott verehrt worden war, ist die gegenseitige Anziehung sofort greifbar, zwei Außenseiter, die Schöne und das Biest, die füreinander geschaffen scheinen. Wie sich ihre Liebesgeschichte entwickelt und der Fluchtplan von Elisa mit Hilfe ihrer Freunde, einem schwulen Nachbarn und ihrer besten Freundin sowie einem nur vermeintlich undurchschaubaren Wissenschaftler, umgesetzt wird, gibt Del Toro immer wieder die Gelegenheit, in traumhaften Kinobildern zu schwelgen und ungewöhnlichste Wege und Umwege zu gehen, am eindringlichsten vielleicht in der Szene, in der sich Elisa und die Kreatur in einem ihrer Tagträume durch eine große Musicalnummer tanzen. "Shape of Water" macht es seinem Zuschauer leicht, sich in seiner überschwänglich und voller Einfälle erzählten Geschichte zu verlieren - es ist romantisches Kino durch und durch, ein Ausnahmefilm, der allerdings eine entscheidende Schwäche hat: So sehr vertraut Guillermo Del Toro auf seine grenzenlose Sympathie für das Monster und seine Überzeugung, dass das wahre Monster doch immer die Welt ist, in der wir leben, dass er vergisst, seiner Kreatur auch nur ein Minimum an Persönlichkeit und eigenen Eigenschaften zu verleihen. So bleibt es ein Rätsel, warum sich Elisa in diese Chiffre verliebt. Allerdings ein Rätsel, das überwältigender nicht aussehen könnte. ts.

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