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Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Komödie Drama | Ab 12 Jahren | 116 Min. | 25.01.2018

Dummy

Produktion 2017

Original-Titel Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Verleih Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Film-Information

"Bei der Vergewaltigung ermordet", "Und immer noch keine Festnahmen?", "Wie kann das sein, Polizeichef Willoughby": Das lässt Mildred Hayes auf die drei Werbetafeln am Ortseingang der Kleinstadt Ebbing schreiben. Monate sind vergangen, seitdem Mildreds jugendliche Tochter vergewaltigt wurde. Der Täter wurde nicht geschnappt, weil, so vermutet die trauernde Mutter, die Polizei lieber Schwarze vermöbelt. Willoughby versucht einen Kleinkrieg mit Mildred zu vermeiden. Doch sie ist ein Eine-Frau-Gottesgericht von eigenen Gnaden.

Kommentar

Großartige schwarze Komödie über eine um ihre ermordete Tochter trauernde Mutter, die einen entschlossenen Kleinkrieg gegen die lokale Polizei beginnt. Mitten ins Herz der Finsternis steigt der gefeierte Theatermacher Martin McDonagh, wenn er sich am Kino versucht. Das galt für seine kultisch verehrten "Brügge sehen... und sterben" und "7 Psychos". Für seinen dritten Film, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri", gilt es in besonderem Maße. Wieder ist es eine düstere Betrachtung menschlicher Abgründe, wieder geht es um Elementares, um Hass, Rache, Mord und Totschlag, aber mehr noch als zuvor sind diese starken Schlagworte nur Sprungbrett dafür, das innerste, menschlichste und vor allem beste aus den Figuren herauszukitzeln, die zunächst so erscheinen, als sei ihnen nicht mehr zu helfen. "Bei der Vergewaltigung ermordet", "Und immer noch keine Festnahmen?", "Wie kann das sein, Polizeichef Willoughby": Das lässt sich Mildred Hayes in fetten schwarzen Lettern vor rotem Hintergrund auf die drei Werbetafeln am Ortseingang der Kleinstadt Ebbing schreiben, die man von ihrer Veranda aus gut sehen kann. Einen Monat im Voraus hat sie dafür bezahlt. Die Worte sind wohl gewählt. Monate sind vergangen, seitdem Mildreds jugendliche Tochter vergewaltigt wurde. Der Täter wurde nicht geschnappt. Die Ermittlungen gehen schleppend voran. Weil, so vermutet die trauernde Mutter, eine unauffällige Jederfrau, die in einem Souvernirshop arbeitet, die Polizei sich lieber darum kümmert, Schwarze zu drangsalieren und zu vermöbeln. Und sie hat nicht Unrecht: Deputy Jason Dixon ist ein cholerischer, rassistischer Redneck, der die Polizeimarke als Einladung ansieht, seinen persönlichen Ressentiments ungestraft Luft zu verschaffen. Polizeichef Willoughby glaubt daran, dass Gutes in Dixon steckt, allerdings so gut versteckt, dass der selbst nichts davon ahnt. Überhaupt ist Willoughby ein aufrechter Mann, gerecht, bemüht - und obendrein sterbenskrank: Er hat Krebs. Weshalb ihm besonders daran gelegen ist, einen Kleinkrieg mit Mildred Hayes gleich im Keim zu ersticken. Sie ist jedoch nicht bereit, auch nur einen Schritt von ihrer harten Linie abzuweichen. Ihr Mann hat sie für eine Hübschere, Jüngere verlassen. Ihre Tochter war ihr Ein und Alles. Und jetzt sollen andere bezahlen - sie ist ein Eine-Frau-Gottesgericht von eigenen Gnaden. Der Konfrontationskurs ist vorgezeichnet, die Eskalation scheint nicht zu vermeiden. Und doch kommt alles ganz anders, wie man es von diesem zunächst so unerbittlichen Film mit seinem pechschwarzen Humor und seiner ausufernd krassen Gewalt erwartet. Während nämlich das ganze Städtchen sich gezwungen sieht, Farbe zu bekennen und sich für eine Seite zu entscheiden, offenbaren die drei Hauptfiguren überraschende Eigenschaften, die die sich zunehmend überschlagenden Ereignisse konsequent in eine andere Richtung lenken, als man es erwarten würde. "Three Billboards" ist ein perfekt geschriebener Film voller genialer Einfälle. Jede Szene ist für sich schon klasse. Und die Schauspieler nutzen die Gelegenheit, um zu zeigen, was in ihnen steckt. Frances McDormand, Woody Harrelson und Sam Rockwell waren nie besser als in dieser wunderbaren Moritat, die einem emotional nahe geht, wie es ein so brutaler Film eigentlich niemals tun dürfte. ts.

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